Tipsy Bear

Über das Projekt
Tipsy Bear wurde im März 2019 als safer space für die queere Community eröffnet. Die queere Bar und der Veranstaltungsort in Prenzlauer Berg bieten unter anderem Drag-Shows, wöchentliches Karaoke, monatliche Quizabende und weitere Veranstaltungen.

Ausgangslage
Live-Musik im Tipsy Bear musste aufgrund eines mit der Nachbarschaft getroffenen Kompromisses stark eingeschränkt werden. Weitere Schallschutzmaßnahmen waren notwendig, damit wieder Kleinkunstdarbietungen stattfinden konnten und der Betrieb des Tipsy Bear gesichert werden konnte.
Die Wände und die Decke der Toiletten waren nicht schallgedämmt. Auch ein altes Fenster führte zum Hof. Dadurch war der Schall in den Nachbarwohnungen und im Treppenhaus zu hören.
Ein Gutachten des Akustikbüros K5 schlug verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung des Schallschutzes vor. Die Arbeiten konzentrierten sich hauptsächlich auf die Innenräume. Während der Bauarbeiten wurde ein weiteres Gutachten erstellt, das zusätzliche Verbesserungen empfahl.

Maßnahmen

1. Toiletten und Hinterausgang zum Treppenhaus
Dieser Bereich wurde als größte Schallquelle identifiziert. Eine zweite schallgedämmte Tür wurde eingebaut und alle Wände sowie die Decke wurden erneuert. Zwei Fenster zum Hof wurden abgedichtet.

2. Fenster zum Hinterhof
Die Fenster im Gästezimmer 2 und in der Back Bar wurden von innen schallgedämmt.

3. Bürowand und Fenster
Um die Bürowand wurde eine schallgedämmte Hülle gebaut. Außerdem wurde ein neues schallisoliertes Fenster eingebaut.

4. Seitenausgang zum Eingangsflur
Eine alte Tür wurde abgedichtet. Zusätzlich wurden Decke und Wände schallisoliert.

5. Decke im Gästezimmer 1
Ein Wärmetauscher wurde ausgebaut, die Decke erneuert und eine Lücke zwischen Decke und Fenstern abgedichtet.

6. Stützwand im Gästezimmer 1
Um die Stützwand wurde eine entkoppelte Schallschutzhülle gebaut.

7. Begrenzer für die Beschallungsanlage
Nach Abschluss der Bauarbeiten wurde ein Begrenzer für die Beschallungsanlage gemäß TA Lärmschutz eingestellt und verriegelt. Die Einstellung wurde vom Bezirksamt Pankow genehmigt.

Ergebnis
Durch die Maßnahmen konnten die Konflikte mit den Anwohnenden deutlich reduziert werden. Die Genehmigung für den Betrieb von Kleinkunstdarbietungen wurde wieder erteilt. Dadurch können laut Projektbericht etwa 100 queere Künstler:innen pro Monat im Tipsy Bear auftreten.
Die finanziellen Mittel des Schallschutzfonds haben dazu beigetragen, den Fortbestand des Tipsy Bear zu sichern