SO36

Über das Projekt
Das SO36 gehört seit Jahrzehnten zur Berliner Club- und Subkultur. In der Oranienstraße in Kreuzberg finden hier Konzerte, Partys und zahlreiche weitere Veranstaltungen statt. Mitten im dicht bebauten Kiez treffen dabei Veranstaltungsbetrieb und Wohnen unmittelbar aufeinander. Um die Schallemissionen aus dem Veranstaltungssaal zu reduzieren, wurde eine neue Schallschutzschleuse errichtet.

Ausgangslage
Im Bereich des Ausgangs zum Hinterhof befand sich zuvor ein Holzbau zur Getränkelagerung mit lediglich einer Tür. Bei Veranstaltungen waren Musik und Sprache im Hinterhof deutlich wahrnehmbar. Im Bereich der Mieterfenster wurden im tieffrequenten Bereich zwischen 40 und 100 Hz 60–70 dB gemessen. Gelegentlich kam es zu Beschwerden aus der Nachbarschaft.

Maßnahmen

1. Akustisch entkoppelte Schallschutzschleuse
Der bestehende Holzbau wurde abgerissen und durch einen neuen Baukörper ersetzt, der vollständig vom Bestandsgebäude entkoppelt wurde.

2. Raum-in-Raum-Konstruktion
Die neue Schleuse wurde mit mehrlagigen Akustikplatten und einer gedämmten Decke als Raum-in-Raum-System ausgeführt. Eine Schallschutztür trennt sie vom Veranstaltungsraum.

3. Reduzierung von Körperschall
Durch die vollständige Entkopplung des Baukörpers wurde insbesondere die Übertragung von Körperschall und tieffrequenten Geräuschen reduziert.

Ergebnis
Nach Abschluss der Baumaßnahmen waren keine Sprachgeräusche mehr wahrnehmbar. Auch der tieffrequente Schall war gegenüber den allgemeinen Straßengeräuschen nicht mehr wahrnehmbar. Eine Befragung der Nachbarschaft ergab durchweg positive Rückmeldungen. Die Maßnahme konnte damit die Geräuschbelastung im direkten Umfeld deutlich reduzieren und einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung des Veranstaltungsortes leisten.