Revier Südost (RSO)

Über das Projekt
RSO.Berlin ist ein Club- und Veranstaltungsort auf dem Gelände der ehemaligen Bärenquell-Brauerei in Berlin-Niederschöneweide. Mit seinen verschiedenen Innen- und Außenbereichen bietet der Club Raum für ein vielfältiges Programm und ist Teil der Berliner Club- und Kulturszene. Der OPAN Floor befindet sich im Außenbereich des Geländes und ist als Open-Air-Dancefloor von Wohnbebauung umgeben.

Ausgangslage
Obwohl die Außenbeschallungsanlage regelmäßig eingepegelt und Schallpegelmessungen durchgeführt wurden, darunter auch Messungen direkt in benachbarten Wohnungen, wurde stets bestätigt, dass die behördlich festgelegten Grenzwerte zu allen Tages- und Nachtzeiten eingehalten wurden. Dennoch bestand eine anhaltende Beschwerdelage aus der Nachbarschaft. Insbesondere nachts kam es zu Einsätzen der Ordnungsbehörden, die in einem Fall zu einem polizeilich erzwungenen Veranstaltungsabbruch führten. Dies hatte erhebliche wirtschaftliche Schäden sowie einen nachhaltigen Imageverlust für den Club zur Folge.

Das zugrunde liegende Problem war damit kein messtechnisch belegbares Überschreiten von Grenzwerten, sondern die Wahrnehmung der Schallimmissionen. Trotz regelkonformem Betrieb wurden die Schallemissionen von Anwohner:innen als störend empfunden, insbesondere im Tieftonbereich. Ziel des Projekts war es daher, die tatsächliche Schallabstrahlung in Richtung der benachbarten Wohnbebauung durch baulich-technische Maßnahmen zu reduzieren. Gleichzeitig sollte die Beschwerdelage nachhaltig entschärft und die langfristige Betriebssicherheit des Clubs gewährleistet werden.

Maßnahmen

1. Erweiterung der Beschallungsanlage
Die bestehende Anlage wurde um zehn zusätzliche Lautsprecher erweitert und in einer gerichteten Cardioid-Array-Konfiguration betrieben. Durch das gerichtete Abstrahlverhalten wird die Schallabstrahlung, insbesondere nach oben und in Richtung der Nachbarbebauung, deutlich reduziert.

2. Breitband-Absorber oberhalb des Dancefloors
Oberhalb des Dancefloors wurden zusätzliche Breitband-Absorber installiert. Die Absorber werden von einer eigens gefertigten Traversenkonstruktion getragen und reduzieren die vertikale Schallausbreitung.

3. Erweiterung der bestehenden Absorptionswand
Die bestehende Absorptionswand am Ende des Dancefloors wurde durch weitere Breitband-Absorber ergänzt. Dadurch wird die Schallabstrahlung in Richtung der umliegenden Wohnbebauung zusätzlich reduziert.

4. Nachpegelung und Erfolgskontrolle
Nach Abschluss der Installation wurde die gesamte Anlage nachgepegelt. Dabei wurden alle Komponenten kontrolliert und die Emissionspegel überprüft. Weitere Schallpegelmessungen dienten der Erfolgskontrolle der umgesetzten Maßnahmen.

Ergebnis
Die nach Abschluss der Maßnahmen durchgeführten Messungen zeigen eine erfolgreiche Umsetzung des Projekts. Bei gleichbleibender Lautstärke auf der Tanzfläche wurden an einigen Messpunkten in der umliegenden Nachbarschaft deutlich geringere Schallwerte gemessen.
Seit Abschluss der Maßnahmen sind keine Beschwerden aus der Nachbarschaft eingegangen und es kam zu keinen weiteren Einsätzen der Ordnungsbehörden. Das Projektziel, die Schallimmissionen in der Nachbarschaft zu reduzieren und gleichzeitig die Betriebsqualität des Clubs unverändert zu erhalten, wurde damit erreicht.