MUSIKBRAUEREI

Über das Projekt
Die Musikbrauerei befindet sich in der ehemaligen Schneider Brauerei in Berlin-Prenzlauer Berg. Das historische Gebäudeensemble aus dem 19. Jahrhundert ist heute ein Veranstaltungsort mit mehreren Hallen und Kellergewölben. Die Räume werden unter anderem für Konzerte, Partys und andere Veranstaltungen genutzt.

Ausgangslage
Durch die Entstehung des Schweizer Gartens sowie den Bau von Townhouses und Mehrfamilienhäusern rückte die Wohnbebauung immer näher an die Musikbrauerei heran. Gleichzeitig wurde das ehemalige Brauereigebäude in zwei baulich miteinander verbundene Hälften geteilt. Eine Hälfte wurde zu Eigentumswohnungen umgebaut. Da die beiden Gebäudeteile weiterhin miteinander verbunden sind und Schlafzimmer direkt an eine gemeinsame Wand angrenzen, entstand eine schwierige Konfliktsituation.
Ein besonderes Problem war der Körperschall. Durch die baulichen Verbindungen konnte er sich verstärkt im gesamten Gebäude ausbreiten. Mithilfe eines Hammertests wurde untersucht, über welche Bauteile der Körperschall bis in das Schlafzimmer der Nachbarschaft übertragen wurde.

Maßnahmen

1. Schallabsorption und Schallschutztüren
Zunächst wurde der Schallpegel im Inneren reduziert und die Bauakustik verbessert. Dafür wurden Schallabsorber und Basshaken eingebaut sowie Schallschutztüren installiert. Die Basshaken wurden in einen schwingungs- und resonanzarmen Boden integriert.

2. Schallschutzwand und Schallschleuse
Eine Kalksteinwand mit Schallschleuse wurde ergänzt, um den Schall über den gesamten Frequenzbereich weiter zu reduzieren. Zusätzlich wurde in Eigenleistung eine Breitabsorberwand eingebaut. Sie senkt den Innenpegel und wirkt insbesondere gegen tieffrequente Resonanzen.

3. Schallschutzfenster
Im Obergeschoss wurde ein Schallschutzfenster eingesetzt. An dieser Stelle konnten tieffrequente Resonanzen über die Wand des Veranstaltungsraums in den angrenzenden Bereich übertragen werden. Das Fenster trägt dazu bei, auch den Luftschall in Richtung der Nachbarschaft zu verringern.

4. Trennung der Gebäudeteile
In der Schwankhalle wurden umfangreiche Arbeiten in Eigenleistung durchgeführt, um die baulichen Verbindungen zwischen den beiden Gebäudeteilen möglichst weit zu trennen oder zu unterbrechen. Dafür wurden Mauerdurchbrüche, Ritzen und Löcher geschlossen, ein umlaufender Bodenschnitt zwischen Wänden und Boden ausgeführt sowie drei Grundmauerschnitte mit statischer Ertüchtigung vorgenommen.
Außerdem wurden Balken und Bretter entfernt, die Mauer und Dach miteinander verbunden hatten. Das Dach wurde neu eingedeckt und die Maueranschlüsse mit kautschukähnlichen Folien von den starren Bitumenbahnen getrennt. Die Deckengitterträger wurden angehoben und auf schwingungsdämpfenden Sylomer-Lagern gelagert.

5. Mobile Schallschutzelemente
Zusätzlich wurden zehn Wax-Shape-Platten angeschafft. Sie können flexibel im Innen- und Außenbereich eingesetzt werden, um je nach Lärmsituation bestimmte Bereiche zu schützen und Schallübertragungen zum Nachbargelände möglichst weit zu verringern.

Ergebnis
Das Zusammenspiel der verschiedenen Maßnahmen führte laut Projektbericht zu einer deutlichen Verbesserung der Schallimmissionen. Die nachbarschaftlichen Beschwerden konnten vollständig eingestellt werden und Veranstaltungen sind wieder problemlos möglich.