Ipse
Über das Projekt
Die IPSE ist ein Club auf der Lohmühleninsel in Berlin-Kreuzberg. Das ehemalige Industriegebiet entwickelte sich ab 2016 zu einem wichtigen Standort der Berliner Clubkultur, an dem sich mehrere Clubs und Kulturorte ansiedelten.
Ausgangslage
Mit der zunehmenden Clubnutzung entstanden Beschwerden von Anwohnenden über den nächtlichen Lärm. 2018 führten Gespräche und Runde Tische dazu, dass die Musik im Außenbereich der IPSE auf Zimmerlautstärke begrenzt wurde. Dadurch mussten Veranstaltungen abgesagt werden und Künstler*innen traten unter diesen Bedingungen nicht mehr auf.
Maßnahmen
1. Gerichtete Bassbeschallung
Zwei jeweils 13 Meter lange Bassarrays bündeln die tiefen Frequenzen und richten sie gezielt aus. In Richtung der Nachbarschaft werden die Bässe durch Schallauslöschung weitgehend reduziert.
2. Gerichtetes 3-Wege-Koaxialhorn
Ein 3 Meter hohes und 4 Meter tiefes Horn bündelt die Frequenzen und begrenzt die Abstrahlung auf einen Winkel von 50°. Der Schall wird dadurch gezielt auf die Tanzfläche ausgerichtet.
3. Schallabsorption
Poröse Absorber hinter und neben der Tanzfläche dämpfen Frequenzen oberhalb von 300 Hz und verringern Reflexionen.
4. Flexible Außenanlage
Nach dem Brand des 380 m² großen Indoorbereichs im April 2020 musste das Konzept neu geplant werden. Horn, Bassboxen und DJ-Pult wurden deshalb so umgebaut, dass sie auf Schwerlastrollen flexibel auf der Außenfläche bewegt und ausgerichtet werden können.
Ergebnis
Bereits nach der Installation der Bassarrays und des Horns waren am Heckmannufer keine Anlagensignale mehr hör- oder messbar – auch nicht auf einem Balkon mit freier Sicht auf den Club. Die Umsetzung wurde durch den Brand im April 2020 und die anschließende Pandemie erheblich verzögert. Die Fertigstellung konnte schließlich gemeinsam mit ehemaligen Subunternehmern von Kirsch Audio umgesetzt werden.
