Heideglühen

Über das Projekt
Im Sommer 2011 begann die Geschichte des Heideglühens in der Heidestraße 3, in einem Kartoffelgarten hinter den alten Bahnschuppen nahe dem Hauptbahnhof. Nachdem das ursprüngliche Gelände abgerissen wurde, zog das Heideglühen 2012 an den Westhafen in Moabit. Dort entstand ein besonderer Ort alternativer Clubkultur, an dem bis heute die Atmosphäre des frühen Berliner Clublebens spürbar ist.

Ausgangslage
Obwohl die Richtwerte der TA Lärm an allen maßgeblichen Immissionsorten sicher eingehalten wurden, wurden die tiefen Frequenzen von der Nachbarschaft als störend wahrgenommen.
Eine messtechnische Bewertung der tiefen Frequenzen war aufgrund von Fremdgeräuschen, insbesondere durch die Autobahn A100, nicht möglich. Deshalb wurden Lösungen gesucht, die den subjektiven Eindruck von tiefen Frequenzen im Club erhalten, ohne die tatsächlichen Schallemissionen zu erhöhen.

Maßnahmen

1. Bassboden im Innenbereich
Im Innenbereich wurde entsprechend der Empfehlung des Gutachtens ein sogenannter Bassboden eingebaut. Er besteht aus sechseckigen Holzpodesten, die durch Körperschallanreger, sogenannte „Shaker“, in Schwingung versetzt werden. Die Shaker werden von den vorhandenen Endverstärkern angetrieben.
Durch die Vibrationen entsteht bei den Tanzenden der subjektive Eindruck stärkerer tiefer Frequenzen, obwohl tatsächlich nicht mehr Schall abgestrahlt wird. Dadurch erhöhen sich die tatsächlichen Schallemissionen nicht. Der Effekt wurde von Tanzenden als positiv wahrgenommen.

2. Schwingungsfläche für den DJ
Auch die Arbeitsfläche des DJs wurde mit dieser Technik ausgestattet. Dadurch kann der DJ den Effekt selbst wahrnehmen und entsprechend weniger tieffrequente Töne einsetzen. Das trägt zur Verringerung der Schallemissionen im tieffrequenten Bereich bei.

3. Line-Array im Außenbereich
Im Außenbereich wurde entsprechend der Empfehlung des Gutachtens ein Line-Array anstelle der bisherigen Punktschallquellen installiert. Dadurch wird die Publikumsfläche gleichmäßiger beschallt.

Ergebnis
Eine messtechnische Evaluierung der tiefen Frequenzen ist aufgrund der Fremdgeräusche, insbesondere durch die A100, weiterhin nicht möglich.
Bei einer gemeinsamen Hörprobe mit den betroffenen Nachbar:innen im März 2024 waren die tiefen Frequenzen jedoch – anders als bei früheren Untersuchungen – nicht mehr hörbar.