Jonny Knüppel
Über das Projekt
Der Jonny Knüppel ist ein selbstverwaltetes, kollektives Kulturprojekt und seit 2018 auf einer ehemaligen Industriebahnhofsbrache in Prenzlauer Berg beheimatet. Der Ort bietet Raum für Musik, Clubkultur und kulturelle Experimente und ist Treffpunkt für Künstler:innen, DJs, Kollektive und Kulturschaffende. Mit dem Projekt wurde ein ganzheitliches, mobiles Schallschutzkonzept für den Standort entwickelt.
Ausgangslage
Nachdem für den Standort eine langfristige Perspektive von mindestens fünf Jahren entstanden war, sollte das Gelände schallschutztechnisch weiterentwickelt werden. Ein Gutachten von K5 zeigte, dass aufgrund der kleinteiligen und besonderen Bebauung mehrere aufeinander abgestimmte Maßnahmen notwendig waren.
Maßnahmen
1. Schallschutz für die Stromversorgung
Das 135-kVA-Stromaggregat wurde mit einer schallgedämmten Einhausung versehen. Dadurch konnten die vom Aggregat ausgehenden Emissionen insbesondere während der Nachtstunden reduziert werden.
2. Gerichtete Beschallung
Für den Außenbereich wurde ein 6.1-Beschallungssystem mit gerichteten Hybrid-Bass-Arrays installiert. Die Anordnung und Begrenzung des Systems reduziert insbesondere rückwärtige tieffrequente Schallimmissionen.
3. Schallschutzverbauung im Außenbereich
Eine nahezu umlaufende, szenisch integrierte Verbauung aus umgebauten ISO-Containern, Gerüstkonstruktionen und Bepflanzung dient als Schallfang und Diffusionsflächen.
4. Neubau des „Bunga“
Der bestehende Bunga-Anbau wurde zurückgebaut und in Containerbauweise neu errichtet. Dabei wurden Schallschutz und Raumakustik miteinander verbunden, um gleichzeitig eine gute Aufenthaltsqualität zu gewährleisten.
5. Neubau des „Salons“
Der Salon konnte aufgrund verschiedener Verzögerungen zunächst nur als Rohbau hergestellt werden. Die Fertigstellung wurde für Herbst 2024 angestrebt.
Ergebnis
Mit dem ganzheitlichen Schallschutzkonzept konnten die unterschiedlichen Schallquellen am Standort gezielt bearbeitet und die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Die mobile Bauweise mit überwiegend 20- und 40-Fuß-ISO-Containern ermöglicht es zudem, die baulichen Investitionen bei einem späteren Umzug weiterzuverwenden. Das Projekt schafft damit eine langfristigere Perspektive für den Jonny Knüppel als selbstverwalteten und experimentellen Kulturort.
