Crack Bellmer

Über das Projekt
Das Crack Bellmer ist ein Club auf dem RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain und ein fester Ort für Musikveranstaltungen und Nachtleben. Der Club liegt in direkter Nachbarschaft zu Wohnbebauung und ist damit Teil eines innerstädtischen Umfelds, in dem Clubbetrieb und Wohnen eng aufeinandertreffen.

Ausgangslage
In der Vergangenheit kam es wiederholt zu Konflikten mit Anwohnenden. Besonders durch ein neu ausgebautes Dachgeschoss in einem gegenüberliegenden Wohngebäude entstand eine direkte Sicht- und Schallachse zum Innen- und Außenbereich des Clubs. Vor allem tieffrequenter Schall stellte ein Problem dar. Einschränkungen bei Lautstärke und Außenbereich konnten die Situation zwar kurzfristig entschärfen, schränkten den kulturellen und wirtschaftlichen Betrieb aber deutlich ein.

Maßnahmen

1. Gerichtetes Bass-Beschallungssystem
Kern der Maßnahme war ein speziell geplantes Bass-Array. Die Tieftonbeschallung wird gezielt auf die Tanzfläche ausgerichtet, während die Schallabstrahlung in Richtung der relevanten Immissionsorte verringert wird. Die ursprünglich geplante Konstruktion wurde im Projektverlauf weiterentwickelt und als optimierte Bassreflex-Bauweise umgesetzt. Insgesamt wurden 56 speziell angefertigte Basslautsprecher installiert.

2. Absorber und akustische Optimierung
Zusätzlich wurden Schlitzplattenresonatoren und poröse Absorber installiert. Auch bestehende Flächen an Bar und Rückwand wurden als schallabsorbierende Flächen genutzt. Dadurch konnten Reflexionen im Raum und die Anregung angrenzender Gebäudestrukturen verringert werden.

3. Neue Eingangstüren
Die bestehenden Eingangstüren wurden vollständig durch schallisolierende Türen ersetzt. Die alten Türen waren insbesondere bei Dichtigkeit und Schallisolierung eine Schwachstelle.

4. Verteilte Beschallung für Mitten und Höhen
Mehrere Lautsprecher sorgen für eine gleichmäßigere Verteilung der Mitten und Höhen im Raum. So können einzelne Schallspitzen vermieden und die Musik insgesamt mit einem niedrigeren Pegel wiedergegeben werden.

Ergebnis
Die schallschutztechnische Situation konnte deutlich verbessert werden. Vergleichsmessungen unter reproduzierbaren Bedingungen zeigten, dass die gerichtete Tieftonabstrahlung die Anregung der Gebäudehülle und die Schallabstrahlung in Richtung der relevanten Immissionsorte verringert. Gleichzeitig verbesserte sich die Klangqualität im Veranstaltungsraum.

Seit der Umsetzung liegen keine Beschwerden wegen tieffrequenter Schallemissionen vor. Auch die Rückmeldungen aus der Nachbarschaft waren durchweg positiv. Die Maßnahme wird insgesamt als sehr erfolgreich bewertet und trägt dazu bei, den Betrieb langfristig zu sichern.